Tuberkulose
Tb, chronische oder akute
Infektionskrankheit, die durch die Bakterienart Mycobacterium tuberculosis
verursacht wird. Tuberkulose kann jedes Körpergewebe befallen, meist ist jedoch
die Lunge betroffen. Der Name leitet sich von dem Begriff Tuberkel ab.
Dies sind kleine Zellgebilde, in denen der Körper die Mykobakterien einkapselt.
Bei frei lebenden Tieren ist diese Erkrankung selten, sie kommt jedoch durchaus
bei Haustieren wie Rindern, Schweinen und Geflügel vor. Nach Angaben der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1998 sterben jährlich mehr als drei
Millionen Menschen an Tuberkulose. Für Jugendliche und Erwachsene ist
Tuberkulose die gefährlichste Infektionskrankheit. In Deutschland wurden 1996
fast 12 000 neue Tb-Fälle registriert, etwa 900 Menschen
starben an Tuberkulose.

Tuberkulose
Lungenverkalkung aufgrund einer
Lungentuberkulose erscheint in dieser Röntgenaufnahme als gelbe Flecken.
Ursache und Vorbeugung
Tuberkelbazillen werden durch
Absonderungen der Atemwegsschleimhäute (Sputum) übertragen. Dies geschieht
entweder durch Tröpfcheninfektion oder in seltenen Fällen über Ausscheidungen
oder Nahrungsmittel. Im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten lässt sich
für Tuberkulose keine bestimmte Inkubationszeit (Zeitspanne zwischen Ansteckung
und Ausbruch der Krankheit) feststellen. Eine einmalige Tuberkuloseinfektion
verleiht keine bleibende Immunität gegen die Erkrankung. Vielmehr bleiben die
Bazillen lange Zeit latent (unerkannt) im Körper, bis eine Schwächung des
Immunsystems ihnen die Möglichkeit zur Vermehrung bietet. Dadurch treten
schließlich Krankheitszeichen auf. Zwar trägt ein großer Teil der
Bevölkerung Tuberkelbazillen in sich, doch nur bei einem verhältnismäßig
kleinen Anteil kommt die Krankheit tatsächlich zum Ausbruch.
Am häufigsten tritt
Tuberkulose in überbevölkerten und armen Gebieten auf. In einigen Ländern
Asiens (hier gab es 1998 über die Hälfte aller Tuberkulosepatienten), Afrikas
und Südamerikas beträgt die Häufigkeit mehrere hundert Fälle pro 100 000 Einwohner
und ist damit zehnmal höher als beispielsweise in den USA. In den letzten
Jahren mehrten sich jedoch in einigen Städten der USA, wie z. B.
New York, die Tuberkulosefälle wieder. Besonders betroffen sind auch einige
Staaten Osteuropas: So litten 1995 in Russland 66 von 100 000 Einwohnern
an Tuberkulose.
Erkennung, Diagnose und Behandlung
Eine Röntgenuntersuchung des
Brustkorbes ermöglicht die Früherkennung von Lungentuberkulose. Auf dem
Röntgenschirm lassen sich zwar Lungenschatten erkennen, zur genaueren Diagnose
sind dann allerdings weitere Untersuchungen erforderlich. Beim Tuberkulintest
wird aus Kulturen von Tuberkelbakterien eine Flüssigkeit gewonnen, welche die
Stoffwechsel- und Zerfallsprodukte der Bazillen enthält. Diese werden dann mit
einem Pflaster auf die Haut der Testperson aufgebracht. Zeigt sich eine typische
Hautreaktion (Entzündung, Blasenbildung oder Nekrose) deutet dies auf eine
aktive oder inaktive Tuberkulose hin. Eine aktive Erkrankung wird durch den
Nachweis von Tuberkelbazillen im Sputum festgestellt.
Im Frühstadium der Erkrankung sind
häufig keine Symptome zu erkennen. Allen Tuberkuloseerkrankungen sind im
fortgeschrittenen Stadium folgende Krankheitszeichen gemeinsam: Fieber,
Mattigkeit, Nachtschweiß, Appetitmangel und Gewichtsabnahme. Bei
Lungentuberkulose treten außerdem Atemwegsstörungen wie Husten, Brustschmerzen
und blutiger Auswurf auf. Zur anfänglichen Behandlung ist häufig ein
stationärer Krankenhausaufenthalt erforderlich. Sobald die Krankheit jedoch
unter Kontrolle gebracht wurde, kann der Patient meist wieder seiner normalen
Tätigkeit nachgehen. Die vollständige Behandlung erstreckt sich im Allgemeinen
auf einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu zwei Jahren.